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… oder aus einzelnen Dingen wird ein Ganzes

Eine (eigene) Photographie, Briefpapiere und -marken, ein alter Stempel, Worte, die längst jemand anderes geschrieben hat, Dinge, die ursprünglich nichts miteinander zu tun hatten und doch trägt jedes dieser kleinen Fundstücke seine eigene Geschichte, seine eigene Zeit, seine eigene Spur und in (m)einer Collage beginnen sie miteinander zu sprechen.

Das ist für mich das eigentlich Spannende am Collagieren: Vergangenheit wird nicht bewahrt, sondern neu zusammengesetzt und -gefasst, Zufälliges bekommt eine Ordnung, Vergessenes einen neuen Zusammenhang, aus Photographie wird Erinnerung, aus Briefmarken kleine Zeitzeugen und aus Brief­fragmenten wird plötzlich eine Geschichte, die vorher noch niemand erzählt hat.

Meine Collage ist dabei weniger Abbild als Begegnung, zwischen dem, was einmal war und dem, was daraus werden kann, denn bald geht diese Arbeit selbst wieder auf Reisen: als limitierte Postkartenauflage. Ein kleines Stück Kunst, das den Ort verlassen darf, an dem es entstanden ist und vielleicht taucht sie irgendwann auf einem Flohmarkt wieder auf, in einem Antiquariat, einer fremden Wohnung, in einem Atelier oder an einem anderen Ende der Welt.

Die Vernissage(n) von Club Collega rücken näher und ich freue mich sehr darauf, Teil des Ganzen zu sein, diese Arbeit dort zu zeigen und darauf, welche neuen Geschichten entstehen, wenn Kunst auf Reisen geht.